Anla Nabami 25 - Der erste eigene Marktstand in Odisha
, → raymondfairtraders
Eines der Ergebnisse aus dem Workshop mit Ulrike Reinhard war die Idee und der Wunsch am Event namens Anla Navami in Sakhigopal teilzunehmen. Nur am Tag des Radha Pada Darshan sind die Füsse der Göttin Radha sichtbar, daher pilgern mehrere tausend Menschen zum Tempel. Rund um diesen Tag findet ein grosser Markt, in Odisha "Mela" genannt, statt. Und genau dort haben die Frauen gemeinsam mit Pintu teilgenommen!
Vorbereitungen
Die in den Workshops etablierte Struktur der Gruppenarbeiten wurde für die Vorbereitung des Events weitgehend beibehalten. Am motivierendsten war das Entwickeln neuer Produkte-Ideen für den lokalen Markt. Aber auch bestehende Produkte, die ursprünglich für die Schweiz entworfen wurden, wurden angepasst. Die grösste Herausforderung dabei war eine gestalterische Sprache zu finden, die die lokale Kundschaft anspricht, dem eigenen Anspruch gerecht wird und sich dabei preislich nicht zu stark von anderen Anbieter*innen abhebt. Materialbeschaffung, Planung der Produktion, Überlegungen zu Marketingmaterial und Standgestaltung und auch das Sichern des Marktstandes vor Ort war in der Hand des Teams in Shri Ramachandrapur, bei Bedarf telefonisch beraten durch Cristian und Jill.
Bis zu den Knöcheln im Matsch - der Start fällt fast ins Wasser
Der Regen sorgte dafür, dass alle am Aufbau Beteiligten knöcheltief im Matsch standen. Doch Pintu und seine Unterstützer liessen sich davon nicht beirren: Da die Gruppe keinen der "Government-Stalls" bekommen hatte, bauten sie kurzerhand ein eigenes Bambus-Gerüst und deckten es mit Planen ab. Glücklicherweise ist Sakhigopal nur etwa 10 Minuten Fahrt von Shri Ramachandrapur entfernt, so mussten alle benötigten Materialien weit transportiert werden und alles Fehlende konnte noch organisiert werden. Viele der anderen Marktstand-Betreibenden öffneten ihren Stand am ersten Tag gar nicht erst, da die Bodenbedingungen so schlecht waren. Doch Pintu, Lakhi und Sunita hielten trotz wenigen Besuchenden durch und Rina kam ebenfalls zu Besuch.
Tonnenweise Sand und stolze Gesichter
Am zweiten Tag wurde lastwagenweise Sand auf dem Gelände verteilt: Nun konnte es so richtig losgehen! Einige der Frauen waren im Vorfeld des Marktes skeptisch und schüchtern, ihre Produkte zu zeigen. Jill hat viel Zeit am Stand verbracht und konnte bei Vielen beobachten, wie sich die Skepsis in Stolz verwandelte und viele mehrmals täglich mit verschiedenen Freunden und Verwandten an den Stand kamen um zu zeigen, was sie gemeinsam geschaffen haben. Die Produkte sind eine Mischung aus Einflüssen und teilweise Materialien von vergangenen CH-Kollektionen und Neuentwicklungen/Adaptionen für den lokalen Markt.
Reflexion und Learnings
Bereits im Vorfeld hatten wir alle miteinander besprochen, welche Erwartungen wir an den Markt haben. Allen war bewusst, dass es sich wohl finanziell nicht wirklich lohnen würde, doch für alle war klar: Es ist ein wichtiger Schritt auf der Reise in die Selbstständigkeit. Nach einer Bilanz haben die Einnahmen gerade mal die Ausgaben für den Stand selbst und die messespezifischen Ausgaben gedeckt. Doch die Erfahrungen und Learnings sind zahlreich! In einem ersten Debriefing haben wir erste Punkte gesammelt, die gut waren oder die wir für den nächsten Markt verbessern wollen.